Schule für alle (Neuen Waldorfschule Dresden)

Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts

Projekt­beschreibung

In der täglichen Praxis unserer Schule wird SDG 16 auf vielfältige Weise lebendig – nicht als abstrakter Begriff, sondern als gelebte Haltung. Als inklusive Schule setzen wir auf Gemeinschaft, Vielfalt und Dialog. Unsere Schulgemeinschaft umfasst Kinder mit unterschiedlichsten Hintergründen, Lernbedürfnissen und Lebenswegen. Genau darin sehen wir einen Reichtum – und zugleich eine Verantwortung: gerechte Bildungschancen für alle zu schaffen.

Der Slogan Schule für alle wird bei uns auch im Sinne individueller Bildungswege gelebt. An einer Schule vereinen wir die Möglichkeiten, das Abitur, den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss, eine dem 1. Berufsgrundbildungsjahr adäquate Anerkennung in diversen Praxisbereichen sowie den Waldorfabschluss zu erwerben. In einer Schule pflegen wir das Miteinander aller Menschen. Wir sind ein Vorbild darin, das Recht jedes Menschen auf Anerkennung und Respekt in seiner geschlechtlichen Identität zu achten – ohne Zwang, ohne Bewertung und ohne Diskriminierung.

Der Anspruch nach Gerechtigkeit beginnt bei uns im Klassenzimmer. Wir fördern ein respektvolles Miteinander und üben mit den Kindern, Konflikte gewaltfrei zu lösen, Perspektiven zu wechseln und achtsam zuzuhören. Unsere Klassenräte, Gesprächskreise und Schulversammlungen schaffen Räume, in denen Kinder ihre Stimme einbringen können – ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Demokratiebildung im Schulalltag.

Im Sinne starker Institutionen pflegen wir Transparenz in Entscheidungsprozessen – zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülerinnen und Schülern. So wird unsere Schule auch strukturell zu einem Ort, an dem Vertrauen wachsen kann. Unsere inklusive Ausrichtung erfordert, dass wir Barrieren abbauen – nicht nur räumlich, sondern auch im Denken. Die Zusammenarbeit mit Eltern, Therapeuten und externen Partnern ist Teil einer sozialen Infrastruktur, die auf Teilhabe und Mitgestaltung baut.

In Anlehnung an den Curriculum-Impuls der Waldorf-BNE-Initiative verstehen wir Friedensfähigkeit nicht als bloße Abwesenheit von Konflikten, sondern als bewusste Kultur der Beziehung: durch Empathie, Mitverantwortung und die Stärkung des sozialen Mutes. In Projekten zur Erinnerungskultur, im Sozialpraktikum oder in interkulturellen Begegnungen wie auch in gemeinschaftsstiftenden Grenzerfahrungsklassenfahrten erfahren unsere Schüler:innen, wie Frieden aktiv gestaltet werden kann – auch im Kleinen.

 

So wird SDG 16 für uns nicht nur zum pädagogischen Leitbild, sondern zur lebendigen Erfahrung: Frieden beginnt im Alltag, Gerechtigkeit im Umgang, Stärke in der Gemeinschaft.

SDG 16 – Beispiele an der Neuen Waldorfschule Dresden

 

1. Inklusive Gemeinschaft und gerechte Teilhabe

An unserer Schule ist jeder willkommen – ganz gleich, welche individuellen Begabungen oder Förderbedarfe vorhanden sind.

Inklusionskreise beraten regelmäßig darüber, wie alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich am Unterrichtsgeschehen teilhaben können – mit Kooperation von Lehrkräften, Therapeut:innen und Eltern.

Stundenpläne und Tagesorganisation werden bei Bedarf individuell angepasst, um echte Teilhabe sicherzustellen. Es gibt einen pädagogischen Hausmeister und die Möglichkeit, in der Küche pädagogisch angeleitet hauswirtschaftliche Fähigkeiten zu erwerben.

 

2. Konfliktfähigkeit & Friedenskultur im Alltag

Im Klassenrat und in Gesprächsrunden, in denen Kinder und Jugendliche aktiv Konflikte benennen und gemeinsam lösen lernen, sowie in Sozialpraktika und interkulturellen Begegnungen, bei denen Empathie und multiperspektivisches Denken gefördert werden, schulen wir Friedensfähigkeit.

 

3. Stärkung von Institutionen durch demokratische Mitwirkung

Strukturierte Mitbestimmung stärkt das Vertrauen in demokratische Prozesse: Die Schule organisiert sich nach dem Prinzip der Dreigliederung: Geistleben (Lehre), Wirtschaftsleben, Rechtsleben. Letzteres bindet Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeitende in die Schulentwicklung ein. Der Finanzkreis etwa entwickelt Haushaltspläne gemeinsam mit dem Koordinierungskreis, auch in Abstimmung mit dem Elternkreis – so entsteht Solidarität und Bereitschaft zur Verantwortung. Wir verstehen uns als Elternschule, in der partizipative Entscheidungsprozesse für Schüler:innen und Eltern möglich sind.

 

5. Praxisorientierung: Lernen durch Handeln für Gemeinschaft & Umwelt

Unabhängig vom Fach sind wir eine handlungsorientierte Schule, denn Projekte vermitteln Verantwortungsbewusstsein: Es gibt bei uns immer freitags den Praxisfreitag sowie vielfältige andere interdisziplinäre, praxisorientierte Angebote im Rahmen des Unterrichts. Am Praxisfreitag werden in den drei Handlungsfeldern Mensch, Natur und Technik praxisorientierte, zumeist an außerschulischen Lernorten stattfindende Projekte durchgeführt. Naturschutzarbeit, Gartenbau und Landwirtschaft, Handwerk, Handarbeit und Medienkunde sind Eckpfeiler dieses Tages. Auch im Rahmen von SDG 16 fördern diese Aktionen Empathie, Respekt vor Natur und Zusammenarbeit – alles Grundpfeiler zivilgesellschaftlicher Stabilität.

 

6. Institutioneller Aufbau & ökologisch-pädagogische Infrastruktur

Unsere Schule will nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell Nachhaltigkeit leben: Der Neubau des „Mittagshauses“ mit flexiblen Flächen für Feste, Werkstätten und Räume für demokratische Zusammenkünfte unterstützt kommunale Teilhabe im Stadtteil. Arbeitskreise binden Eltern und Pädagog:innen langfristig ein – so entstehen belastbare Strukturen, die SDG 16 stärken.