Menschen ein gesundes Leben in einer gesunden Mitwelt zu ermöglichen, ist das Anliegen der Waldorfpädagogik seit über 100 Jahren.
Die Welt ist heute stark im Wandel. Für eine lebenswerte Zukunft für alle, verlangen soziale Ungleichheiten, Konflikte, Rechtsextremismus und Populismus, Klimanotstand, der Verlust von Biodiversität vor dem Hintergrund eines ökonomistischen Wirtschaftens, demografischer Wandel und die Digitalisierung unsere Aufmerksamkeit.
17 nachhaltige Entwicklungsziele und die aktuelle Situation
In dieser krisengeschüttelten Zeit hat sich die Weltgemeinschaft der Vereinten Nationen im Jahre 2015 die 17 Sustainable Development Goals, kurz SDGs, gesetzt. Leider fällt ein Zwischenfazit der Vereinten Nationen zum Erreichen dieser Ziele ernüchternd aus (Global Sustainable Development Report 2023). Im „Global Sustainable Development Bericht 2023“ der UN wird deshalb für einen besseren Umgang mit den Herausforderungen der Zeit geworben und ein verstärktes Suchen, Lernen und Erproben anderer Lebensweisen fernab des business-as-usual empfohlen. Darüber hinaus sei es an der Zeit, Resilienz aufzubauen und das Engagement aller Beteiligten zu fördern sowie vorausschauend zu agieren.
Der Beitrag der Waldorfschulen
Als Waldorfschulen können wir zu einem solchen tiefgreifenderen Wandel beitragen. Wir wollen Krisen bei ihren Ursachen begegnen und mit erprobten Ansätzen zu ihrer Abmilderung beitragen. So wird in der Waldorfpädagogik Natur als mehr begriffen als eine zu nutzende Ressource. Wir erfahren und begreifen sie als lebendigen Mit-Organismus und leben bereits jetzt eine menschen- und naturverbundene Alltagspraxis und -pädagogik. Fächerübergreifend und von der ersten Schulklasse bzw. bereits dem Kindergartenalter an.
Waldorfschule-bne.de
Mit dieser Website möchten wir den Austausch dazu eröffnen, wie wir als Waldorfschulen in einem wachsenden Netzwerk von Partnerschaften heute den Wandel sozial und ökologisch mitgestalten können. Wie können unsere Bildungseinrichtungen über Bestehendes hinaus zu Akteuren und Partner:innen für weiteren, neueren und breiteren Wandel zum Erreichen der einzelnen Entwicklungsziele werden? Wie können wir Schüler:innen wie Lehrenden Freiräume zu selbstbestimmter Urteils- und Handlungsfähigkeit bieten und wache und teilhabende Zeitgenossenschaft pflegen? Wie kann es uns gelingen, curriculare Freiräume zu eröffnen, die Schüler:innen und Lehrende brauchen, um im eigenen und gemeinwohlorientierten Sinne auch neue Ansätze für ein Miteinander von Menschen zueinander und ihrer Mitwelt entwickeln und umsetzen zu können?
Die 17 Ziele als Inspiration
Die 17 Nachhaltigkeitsziele sind uns auf dieser Website eine Quelle der Inspiration. Wir zeigen auf, wie ihre Intentionen im Rahmenlehrplan der Waldorfschulen verankert sind. Schulgemeinschaften haben die Möglichkeit, ihre Unterrichtspraxis mit diesen Inhalten anzugleichen und sich zu präsentieren.
Weiterführende Literatur
- Download des PDF: Kompass einer Nachhaltigen Entwicklung an Waldorfschulen
- Download des Beitrags: Erdverbundene Pädagogik, von Prof. Dr. Albrecht Schad und Margarete Leber. (Der Beitrag Earthbound Pedagogy ist enthalten im Reader On the Earth We Want to Live, Anthroposophy’s Contributions to Sustainable Development, herausgegeben von der Landwirtschaftlichen Sektion am Goetheanum, erschienen bei Springer Nature, s. (Creative Common License.)
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Seien Sie herzlich eingeladen, eine lebenswerte Zukunft für alle mitzugestalten! Diese Website ist ein Gemeinschaftsprojekt und ein Work-in-Progress.
Die 17
Nachhaltigkeitsziele
und ihre Bedeutung
Das Bildungspotenzial der Waldorfschulen für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft ist bemerkenswert – und hier erstmals gebündelt sichtbar. Future Skills wie beispielsweise Systemdenken, Kollaborationsfähigkeit, Gestaltungs- und Problemlösekompetenz, Selbstwirksamkeit und Resilienz sind integraler Bestandteil des Unterrichts an Waldorfschulen.