Kohlenstoffsequestrierung – Klimaschutz im Schulgarten

Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts

Projekt­beschreibung

Durch Gartenarbeit das Klima zu schützen, kann auf relativ einfache Art und Weise gelingen, indem alte und neue Methoden, den Boden zu bearbeiten, miteinander kombiniert werden. Dabei gehen der Aufbau der Bodenfruchtbarkeit und der Klimaschutz Hand in Hand. Humus, der fruchtbare Bodenanteil, ist ein Speicher für organischen Kohlenstoff. 

So arbeiten wir im Schulgarten:

Tierische Exkremente, im Fachjargon Wirtschaftsdünger genannt, verbessern die Bodenfruchtbarkeit. Im Schulgarten geschieht dies durch das Einarbeiten des Mistes aus dem Tiergehege unserer zwei Esel und zwei Schafe. Das Düngen mit dem Kompost ist ebenfalls elementar. Dadurch werden die angebauten Kulturen mit allen wichtigen Nährstoffen, bis auf den Stickstoff, ausreichend versorgt. Und wir schützen das Klima, denn diese Biomasse, z. B. abgestorbene Pflanzenteile oder tierische Exkremente, werden von Bodenorganismen über komplexe Nahrungsnetze zu Bodenkohlenstoff ab- und umgebaut. Der einzige Dünger, den ich zukaufe, ist Hornmehl. Hornmehl kommt bei starkzehrenden Kulturen wie bei den Kürbis- oder Kohlgewächsen zum Einsatz und garantiert hohe Erträge. So wenig wie möglich zu kaufen, so viel wie möglich wiederzuverwenden, ist ein Grundsatz im Gartenbauunterricht. 

Die Herstellung eigener torffreier Kultursubstrate ist ein wichtiges Lernziel im Gartenbauunterricht. Torfhaltige Kultursubstrate bei Jungpflanzen oder Topfpflanzen sind nach wie vor stark im Handel verbreitet. Dabei sind weltweiter Torfabbau und drainierte Moorböden Hotspots für Treibhausgase. 

Zudem vermeiden wir im Schulgarten Schwarzbrachen, also ordentlich umgegrabene Beete, auf denen kein Pflänzchen zu sehen ist. Denn bei Schwarzbrachen steigt die Gefährdung für Wind- und Wassererosion, wodurch der humushaltige Oberboden abgetragen wird. Auch in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz haben Schwarzbrachen Nachteile: Es entstehen Stickstoffverluste im Boden, zum einen durch Nitratauswaschung und zum anderen in Form von Lachgas (N₂O). Hinzu kommt, dass die CO₂‑Freisetzung aus dem Boden bei einer Schwarzbrache erhöht ist. 
Stattdessen lassen wir auf solchen Flächen im Schulgarten entweder eine natürliche Vegetation entstehen, oder säen Gründüngung aus. Dabei sind beide Varianten auch für unsere Insekten von Vorteil. 

Um die natürliche Bodenstruktur zu erhalten lockern wir den Boden anstatt ihn umzugraben. Das erhaltene Porensystem kann Wasser lange speichern und ist somit besser an den Klimawandel angepasst als Böden, die umgegraben werden.

Pädagogische Aspekte

In der 6. und 7. Klasse arbeiten die Schüler'innen mit Hingabe und Freude mit der Komposterde und betreiben eher unbewusst Klimaschutz. In der 8. Klasse blicken wir zurück auf die gemeinsam durchgeführte Bodenbewirtschaftung im Schulgarten in den letzten Jahren. Fachbegriffe wie Humus, organische Düngung, Bodenarten, Porenvolumen und Photosynthese werden anhand von Bodenuntersuchungen eingeführt und der thematische Zusammenhang zum Klima wird hergestellt.

Noch intensiver beschäftigen sich die Schüler*innen der 10. und 11. Klasse im Wahlpflichtkurs Praktische Ökologie mit diesem Thema. Förderung der Biodiversität, Messungen verschiedener Bodenparameter im Hinblick auf Klimaschutz und Klimaanpassung sowie die Herstellung von Terra Preta stehen auf dem Plan. 

 

Wir setzen uns ein für:

Naturschutz
Artenschutz
Klimaschutz
ökologische Landwirtschaft
Ressourcenschonung

Und sind dabei hier aktiv:

in der Unterrichtsgestaltung

Indem wir:

uns selbst Wissen und Fertigkeiten aneignen
Wissen und Fertigkeiten weitergeben