KleiderWandel

Projekt­beschreibung

„KleiderWandel“ ist meine Jahresarbeit als Schülerin der Freien Waldorfschule Oberberg. Darin untersuche ich, welchen Weg unsere Kleidung von der Herstellung bis zur Entsorgung nimmt und wie ein nachhaltiger, fairer und ressourcenschonender Textilkreislauf aussehen kann. Ausgangspunkt ist die Frage, was mit unserer Kleidung passiert, nachdem wir sie nicht mehr tragen – und welche globalen ökologischen und sozialen Folgen unser Konsum hat.

 

Fast Fashion führt zu enormen CO₂-Emissionen, Wasser- und Chemikalienverbrauch, Umweltverschmutzung und riesigen Textilmüllbergen, unter anderem in Ghana. Gleichzeitig arbeiten in der Textilindustrie Millionen Menschen – überwiegend Frauen – unter prekären Bedingungen. Diese globalen Zusammenhänge mache ich für mich selbst und für andere sichtbar, indem ich recherchierte Fakten, Lieferketten, Recyclingwege und gesetzliche Entwicklungen kritisch hinterfrage und aufarbeite.

 

Ein zentraler Bestandteil meines Projekts ist ein Second-Hand-Kleidermarkt, den ich selbstständig für den Weihnachtsbasar organisiere. Dafür habe ich eine groß angelegte Kleiderspenden-Aktion an der Schule initiiert. Dadurch ist die gesamte Schulgemeinschaft – Schüler:innen, Eltern, Lehrkräfte – unmittelbar beteiligt. Die gemeinschaftliche Sammlung, Sortierung und Präsentation der Kleidung zeigt praktisch, wie Wiederverwendung, Ressourcenschonung und solidarische Ökonomie funktionieren können.

 

Mit diesem Projekt gebe ich Wissen weiter, mache nachhaltige Alternativen sichtbar und baue Hemmschwellen gegenüber Second-Hand-Konsum ab. „KleiderWandel“ verbindet ökologische Verantwortung, globales Lernen, handwerkliche Tätigkeit und kreatives Gestalten. Es zeigt konkret, wie nachhaltige Praktiken in den Schulalltag integriert werden können und wie gemeinschaftliches Handeln zu einem bewussteren Umgang mit Mode beiträgt. Das Projekt leistet somit einen Beitrag zu Klimaschutz, Wiederverwendung, gerechteren Lieferketten und aktiver Teilhabe im Schulleben.

 

Kooperation

Das Projekt ist nicht nur innerhalb der Schule verankert, sondern auch in die regionale Nachbarschaft eingebunden. Viele Kleidungsstücke, die ich für den Second-Hand-Stand verwende, stammen von externen Spender:innen – aus Familien, dem erweiterten Schulumfeld, befreundeten Haushalten sowie Unterstützer:innen aus der Region. Zusätzlich durfte ich Kleidung von einer benachbarten Waldorfschule übernehmen. Dadurch entsteht ein Netzwerk, das über den Schulalltag hinausreicht. Die praktische Arbeit – das Sortieren, Aufbereiten und Präsentieren der Kleidung – ist ein gemeinschaftlicher Prozess. Zuhause, wo wir die Kleidung sammeln, wird sie sortiert. Am Weihnachtsbasar bekomme ich Unterstützung von Klassenkameraden und Klassenkameradinnen, Eltern und Freunden. Das Projekt sensibilisiert damit nicht nur die Schulgemeinschaft, sondern auch Menschen in der Umgebung für Wiederverwendung und nachhaltigen Konsum.

Entwicklung in der Zukunft

„KleiderWandel“ kann sich in Zukunft zu einem dauerhaften Nachhaltigkeitsprojekt der Schule entwickeln. Denkbar wäre ein regelmäßig stattfindender Second-Hand-Kleidertausch oder ein dauerhaftes „Kleiderregal“, das von Schüler:innen verwaltet wird. Zudem könnte die Schule Workshops zum Reparieren, Upcyclen oder bewussten Konsum anbieten, um praktische Fertigkeiten weiterzugeben.

Langfristig wäre eine Kooperation mit Schulen oder Initiativen im Globalen Süden möglich, um die globalen Auswirkungen unseres Konsums noch sichtbarer zu machen. Auch eine Zusammenarbeit mit lokalen Umweltgruppen oder Fair-Fashion-Stores ist denkbar. Das Projekt könnte außerdem in Unterrichtsfächer wie Ethik, Kunst, Geographie oder Wirtschaft integriert werden. So könnte „KleiderWandel“ zu einem festen Bestandteil der Schulkultur werden und aktiv dazu beitragen, nachhaltiges Handeln im Alltag zu verankern.

Wir setzen uns ein für:

Stärkung gesellschaftlichen Engagements
eine offene u. tolerante Gesellschaft
Naturschutz
Klimaschutz
Wiederverwendung und Reparatur
Abfallmanagement
Ressourcenschonung
Solidarische Ökonomie
Fairtrade u. Bewusstsein für die globalen Lieferketten

Und sind dabei hier aktiv:

in der Unterrichtsgestaltung
im weiteren Schulleben
in der Region
in der Stadt
in der Waldorfbewegung

Indem wir:

debattieren und hinterfragen
künstlerisch & kreativ aktiv sind
handwerklich aktiv sind
Wissen und Fertigkeiten weitergeben
hoffnungsvolle Nischen(praktiken), Netzwerke, Organisationen, Produkte etc. bekannter machen
Hürden abbauen
neue Optionen zum Standard machen

Die Idee entstand

aus dem Unterricht

Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts