Kartoffeln mit Wissenschaft pflanzen – deutsch-brasilianisches Projekt

Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts

Projekt­beschreibung

Die Kartoffel zählt weltweit zu den bedeutendsten Nahrungspflanzen, ist jedoch stark anfällig für Krankheiten. Besonders Pilz- und Bakterienerreger wie Phytophthora infestans, Alternaria-Arten oder Streptomyces scabies gefährden den Anbau – auch in unserem Schulgarten. Während diese Erreger für Menschen harmlos sind, können sie Erträge massiv reduzieren. In Brasilien stellen zusätzlich Viruskrankheiten ein großes Problem dar. Aufgrund der hohen Viruslast können Landwirte dort keine eigenen Saatkartoffeln vermehren und sind auf teure Importe angewiesen – eine enorme Belastung für viele Familien in ländlichen Regionen.

 

Der brasilianische Virologe und Agrarwissenschaftler José Alberto Caram de Souza-Dias entwickelt seit über 40 Jahren die IAC-Technologie, eine Methode zur Vermehrung virusfreier Kartoffeln. Dabei werden nicht ganze Knollen gepflanzt, sondern einzelne Keime genutzt, die sich während Transport und Lagerung bilden. Jeder Keim wächst zu einer neuen Mutterpflanze heran, wodurch sich aus einer einzigen Saatkartoffel zahlreiche gesunde Pflanzen gewinnen lassen. Diese Methode steigert die lokale Produktion erheblich und trägt langfristig zur Ernährungssicherheit bei.

 

Seit Winter 2024 nimmt unsere Schule am Projekt „Kartoffeln mit Wissenschaft pflanzen“ teil. In den Fächern Gartenbau und Praktische Ökologie setzen wir die IAC-Technologie praktisch um. Die Schülerinnen und Schüler pflanzen Kartoffelkeime, führen Bonituren durch, beobachten Krankheitssymptome, vergleichen Erträge und entwickeln ein Verständnis für Pflanzenschutz, nachhaltige Landwirtschaft und globale Unterschiede im Kartoffelanbau.

 

Der regelmäßige Austausch mit José sowie die Unterstützung des deutschen Phytomediziners Dr. Falko Feldmann bereichern das Projekt fachlich und kulturell. Videokonferenzen mit Schulen in São Paulo und Campinas ermöglichen Einblicke in die brasilianische Arbeit und schaffen eine lebendige internationale Lernumgebung. Die Begeisterung der beteiligten Kinder zeigt, wie sehr das Projekt Forschung, Bildung und Nachhaltigkeit verbindet.

Wir setzen uns ein für:

ökologische Landwirtschaft
Fairtrade u. Bewusstsein für die globalen Lieferketten
Projekte mit anderen Schulen im Globalen Süden

Und sind dabei hier aktiv:

in globalen Partnerschaften

Indem wir:

Wissen und Fertigkeiten weitergeben
hoffnungsvolle Nischen(praktiken), Netzwerke, Organisationen, Produkte etc. bekannter machen
neue Optionen zum Standard machen

Die Idee entstand

aus einem anderen Anlass: