Demokratie (er)leben

Projekt­beschreibung

Schule soll dazu beitragen, dass junge Menschen mündige Bürger:innen werden. Zeitgleich ist unsere Demokratie stark unter Spannung und junge Menschen wachsen in Zeiten multipler Krisen heran. Dies kann zu tiefen Verunsicherungen führen. Wir stellen uns die Frage, wie können wir als Schule demokratische Kompetenzen und Selbstwirksamkeit der jungen Menschen fördern?

 

Wir Menschen werden nicht per se als demokrat. Bürger:innen geboren. Wir müssen Demokratie üben. Dabei reicht es nicht aus zu lernen, wie die Institutionen unserer Demokratie funktionieren. Junge Menschen müssen in der Schule auch demokratische Erfahrungen sammeln können, um sich die Haltungen und Routinen eines aktiven Demokraten anzueignen. Hierbei geht es um eine Kombination von Haltung, Bewusstsein, Wissen und praktischen Fähigkeiten.

 

Mit dem Projekt „Demokratie (er)leben“ wollen wir eine lebensnahe Gelegenheit zum theoretischen und praktischen Lernen schaffen:

 

In einem Vortrag des niedersächs. Verfassungsschutzes erlangen die jungen Menschen Wissen zu Extremismusphänomenen – der Schwerpunkt liegt hierbei auf Rechtsextremismus als die aktuell größte Gefahr für unsere Demokratie. In diesem interaktivem Vortrag setzen die Jugendlichen sich mit der Organisation, Mobilisierungsmechanismen, jugendkulturellen Einflüssen und Radikalisierungstendenzen auseinander.

 

In dem Argumentationstraining gegen Stammtischparolen haben die Jugendlichen die Möglichkeit sich mit diskriminierenden Parolen auseinanderzusetzen und das Einschreiten dagegen zu erlernen. Vorurteile, diskriminierende und menschenverachtende Sprüche – kurz Stammtischparolen – begegnen uns öfter als uns lieb ist. Meist erwischen sie uns unerwartet, z. B. an der Bushaltestelle, in der Kneipe, auf dem Schulhof, im Betrieb, in Vereinen oder auf der Familienfeier. Wir wollen einschreiten, aber bevor wir reagieren können, ist die Situation auch schon vorüber.

 

Ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen durch zertifizierte Trainer:innen ist eine seit mehr als zwanzig Jahren bewährte und etablierte Möglichkeit, um in solchen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Die Teilnehmenden erarbeiten sich Wissen über Vorurteile, Stammtischparolen und dahinterliegende Mechanismen. Ein Austausch über Hürden, Ängste und Erwartungen leitet über zur gemeins. Erarbeitung von Techniken und Strategien, um schlagfertig Parolen zu kontern. Im Mittelpunkt steht die prakt. Erprobung und Übung der erlernten Argumentationsstrategien im Rollenspiel.

Kooperation

nieders. Verfassungsschutz: interaktiver Vortrag zur Rechtsextremismus
Landeszentrale für polit. Bildung Niedersachsen bzw. alternativ Organisation "Aufstehen gegen Rassismus": Argumentationstraining gegen Stammtischparolen

Entwicklung in der Zukunft

Durch das Erlangen von Wissen und Fertigkeiten werden die Schüler:innen ermutigt eigeninitiativ eigene Argumentationsübräume ins Leben zu rufen.

Außerdem sind weitere Vorträge und Argumentationstrainings denkbar, die sich dann an die gesamte Schulgemeinschaft (Lehrkräfte, Schulmitarbeitende, Eltern) oder auch an die allg. Öffentlichkeit Hildesheims und Region richten können.

Weitere Ideen für Vortragsinhalte sind zudem ein Vortrag zum Neutralitätsgebot an Schulen durch "Aufstehen gegen Rassismus"

Wir setzen uns ein für:

Demokratie und Beteiligung
Stärkung gesellschaftlichen Engagements
eine offene u. tolerante Gesellschaft

Und sind dabei hier aktiv:

in der Unterrichtsgestaltung
im weiteren Schulleben

Indem wir:

uns vernetzen / Verbündete suchen
uns selbst Wissen und Fertigkeiten aneignen
Wissen und Fertigkeiten weitergeben

Die Idee entstand

aus einem anderen Anlass: Tagung "Demokratie in Gefahr?"

Nachhaltigkeitsziele dieses Projekts